Historie


RestaurantTief im Untergrund des alten Herrensitzes "Hotel im Lustgarten" kamen nämlich römische Baureste und Rinnen einer antiken Wasserleitung aus der zeit um 150 n. Chr. zutage, als Ladenburg noch Lopodunum hieß und als Römerstadt blühender Mittelpunkt des unteren Neckarlands war. Auch ein 1973 unter dem jetzigen Gartencafé entdecktes mächtiges Pfeiler- kapitell, das vermutlich von dem naheliegenden Königshof der Merowingerzeit (6./7. Jh.) stammt, beweist, dass sich dieses Haus sprichwörtlich auf dem Boden der Tradition gründet.

Seitdem um das Jahr 1200 die mittelalterliche Stadt ihren zweiten Befestigungsring erhielt, lag an dieser Stelle, wo die vom Pfaffenturm herziehende Wehrmauer mit mächtigen Entlastungsbögen einen scharfen Knick nach Süden machte, ein viereckiger Turm mit Zinnen. Heute noch erblickt man dicht neben dem Hotel und selbst in seinem Gastzimmer beim Eingang eindrucksvolle Reste dieser Befestigung. Unter dem jetzigen Hotel verweisen noch alte Keller auf eine stattliche Hausanlage dieses Zeitabschnittes, die nach den dort auf dem Kellerboden aufgefundenen staufischen Scherben bereits vor mehr als 750 Jahren entstanden sein muss.

Wer heute den schön gegliederten Barockbau dicht neben der Einfahrt in den einstigen Bischofshof erblickt, hat den um das Jahr 1720 errichteten Hof der Freiherren von Otto vor Augen. Dieses ursprünglich aus Ulm stammende württembergische Geschlecht war 1569 von Kaiser Maximilian in den Adelsstand gehoben worden und übernahm nach dem Auszug der Wormser Bischöfe aus Ladenburg, die Verwaltung des nun kurpfälzisch gewordenen Bischofshof. Dazu gehörte auch der berühmte einstige bischöfliche Lustgarten, so dass der Adelshof im Volksmund kurzum der Lustgarten - heute "Hotel im Lustgarten" - genannt wurde.

In den Ladenburger Ratsprotokollen des Jahres 1725 ist von der eigenwilligen Frau Geheimrätin von Otto die Rede. Die für ihren dicht südlich des Hofes gelegenen Wingert der Stadt einfach keine Steuern zahlen wollte und die es nicht für nötig hielt, das damals noch neben dem Hof stehende Lustgartentor nachts zu verschließen. Auf alten Ansichten wird dieses erwähnte Tor als stattliche Befestigung von zwei Flankentürmen bewehrt und mit einer Zugbrücke über den Stadtgraben ausgestattet gezeigt.

Eine Ratsakte von 1793 belegt, dass nun die angesehene Bürgerfamilie Eisenhardt Besitzer des bis an den Neckar reichenden Anwesens geworden ist. Damals zählte noch der benachbarte Lackerthof dazu, wo mit Förderung des Kurfürsten Carl Theodor eine Krappmühle zur Farbgewinnung betrieben würde. Um 1830 wird dann ein Stadtrat Peter Eisenhardt als Lustgartenwirt bezeichnet. Aus dem einstigen Herrensitz war nun ein beliebtes Gasthaus geworden, in dessen Obergeschoss man damals sogar einen Tanzsaal mit Musikantenempore eingebaut hat. Noch um die Jahrhundertwende erfreut sich das Gasthaus in Heidelberger Studentenkreisen großer Beliebtheit. Bekannte Corps wie die Saxo-Borussen sah man beim "Exbummel" öfters unter den schattigen Kastanien ihre langen Pfeifen rauchen...

Als die heutigen Hausbesitzer, Familie Katzenmaier, nach gründlichem Umbau hier im Jahre 1973 das "Hotel im Lustgarten" eröffneten, knüpften sie bewusst an die alte Tradition dieses Hauses an: Das Beste aus der Vergangenheit und vorzüglich Neugeschaffenes haben in Ladenburg immer ihren Platz gehabt.